Arbeitsgruppe Herz-Kreislaufepidemiologie und Prävention

Leitung

Susanne Moebus
Prof. Dr. rer. nat., MPH

Informationen

Die Heinz Nixdorf Recall Studie bildet gleichsam den Nukleus der Epidemiologie
am Universitätsklinikum Essen, dem IMIBE und damit auch der AG Herz-Kreislauf-
Epidemiologie & Prävention. Aus ihr haben sich viele weitere Forschungsfragen und -projekte im Laufe der Jahre entwickelt. Die Studie ist darüber hinaus Basis neuer Arbeitsgruppen des IMIBE (AG Umwelt und Klinische Epidemiologie, AG Krebsepidemiologie, AG Gene Environment Epidemiology).
Von der Heinz Nixdorf Stiftung finanziert, erfasst die Studie repräsentative Quer und Längsschnittdaten zu gesundheitlichen, sozialen und umweltbezogenen Faktoren und Erkrankungen in der Metropole Ruhrgebiet.
Diese Entwicklung wäre ohne die starke und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Kardiologen des Universitätsklinikums Essen nicht denkbar. Gemeinsam mit dem Westdeutschen Herzzentrum um Prof. Raimund Erbel und seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, konnte die Studie nicht nur verstetigt und ausgebaut, sondern auch starke Forschungsprojekte initiiert, zahlreiche hochrangige
Publikationen realisiert sowie neue nationale und internationale Forschungskooperationen aufgebaut werden.

Mit der Heinz Nixdorf Recall Studie wurde am Universitätsklinkum Essen eine
Studie auf den Weg gebracht, die sie in vielen Aspekten zu den großangelegten Forschungsprojekten zählen lässt. So sind es nicht nur die große Anzahl der Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer oder die lange
Studiendauer, sondern auch der Umfang der medizinisch-klinischen Untersuchungen und den damit verbundenen logistischen Herausforderungen.
In drei Aspekten unterscheidet sich aber die Heinz Nixdorf Recall Studie
deutlich von üblichen großangelegten Projekten.
Erstens durch die Art der Finanzierung:
Die Grundlage der Studie wurde primär nicht von öffentlichen Geldern oder industriellen Geldgebern finanziert, sondern aus Mitteln einer privaten Stiftung, der Heinz Nixdorf Stiftung.
Zweitens durch die „Größe“des Studienteams:
Nur sehr wenige, dafür aber hochengagierte Forscher und Forscherinnen
aus verschiedenen Fachdisziplinen des Universitätsklinikums Essen sind in die Studie fest eingebunden.
Und drittens durch die großartige Teilnahmebereitschaft der ProbandInnen
der Heinz Nixdorf Recall Studie selber: Rund 90% der Teilnehmerinnen und
Teilnehmer haben sich fast ununterbrochen an der Studie beteiligt. So haben sie das Studienzentrum in Essen zwischen 2000-2014 dreimal aufgesucht sowie zusätzlich jedes Jahr einen Fragebogen ausgefüllt und an das Studienzentrum zurückgeschickt.
Diese Entwicklung wird durch weitere populationsbezogene Kohorten verstärkt:
der Migranten Studie Nasilsin (BMBF gefördert, November 2011 - Mai 2012), der Heinz Nixdorf Recall MehrGenerationen Studie (Heinz Nixdorf Stiftung gefördert, Februar 2013 - Dezember 2016) sowie der Nationalen Kohorte (Start Januar 2014, Pilotstudien seit 2011, BMBF gefördert).
Zusammen mit der Heinz Nixdorf Recall Studie werden dann rund 20.000 StudienteilnehmerInnen im epidemiologischen Studienzentrum in Essen
phänotypisch und genotypisch intensiv untersucht. Bemerkenswert dabei sind nicht
nur der Umfang der Stichproben und die absehbar langen Laufzeiten der Studien bis mindestens 2023, sondern auch die Studienbasis.
Die Grundpopulation ist die allgemeine Bevölkerung der Metropolregion Ruhr, die
mit ihren mehr als 5 Mio. Einwohnern eine der am dichtesten besiedelten Regionen in Europa ist. Solche Metropolregionen sind charakterisiert durch unterschiedlichste und sehr spezifisch wirkende technologische, wirtschaftliche, ökologische, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungsströme, die Gesundheit und Krankheit und damit insgesamt die Lebensqualität der Menschen beeinflussen.
Die Erforschung dieser komplexen Einflüsse steht aber erst am Anfang und soll
in Kooperation mit dem Profilschwerpunkt „Urbane Systeme“ der Universität Duisburg-Essen zukünftig verstärkt werden (vgl. CUE).

Projekte

Risikofaktoren, koronarer Kalk und Lebensstil – Die Heinz Nixdorf
Recall Studie

Basiserhebung

Jährliches Follow up I (Jahr 1- 4) – Fragebogenerhebung

Jährliches Follow up II (Jahr 5) – Zweiterhebung

Jährliches Follow up III (Jahr 6- 9) Fragebogenerhebung

Jährliches Follow up IV ( Jahr 10 ) – Dritterhebung

Heinz Nixdorf Recall
MehrGenerationen Studie

Die 1000Gehirne Studie

Gesundheitsökonomische Begleitevaluation
der Heinz Nixdorf Recall Studie

Ausgewählte Genetische Analysen

Gen-Validierung in epidemiologischen Kohorten
und Fall-Kontrollstudien; Teilprojekt
WB2-c im NGFNplus-Netz Molekulare
Mechanismen der Adipositas

Metabochip

Assoziation einer Expressions-regulatorischen
Variante im Gen IRF5 (Interferon-
Regulatory-Factor-5) mit phänotypischen
Merkmalen

Male-pattern baldness and its association to
coronary heart disease and CHD related
sub-phenotypes- systematic epidemiological
and genetic investigation

Diabetes Kompetenz-Netzwerk

1. DIAB-CORE (Diabetes-Collaborative
Research of Epidemiologic Studies), Teilprojekt
6: Koordination, Daten- und Labormanagement

2. DIAMANT (Diabetes and Mental
Aspects Network), Teilprojekt 1:

Assoziation zwischen Affektiven Störungen
und Persönlichkeitsstörungen und dem
Metabolischen Syndrom

Gesundheitliche Ungleichheiten und soziale
Beziehungen

German Headache Consortium (GHC)
Study